Kreative Schüler und bunte Flure

Gute Bilanz nach erstem Halbjahr Schulzentrum Neutrebbin/ Tag der offenen Tür am Sonnabend

 

Neutrebbin (MOZ) Kurz vor Ende des ersten Schulhalbjahres präsentiert sich der Oberschulteil des Neutrebbiner Schulzentrums am Sonnabend zum Tag der offenen Tür. Dabei wird auch das Schülercafé geöffnet.

Die Fassade des Oberschulteils des Schulzentrums hat noch dieses trübe Grau, das nicht gerade dazu motiviert, dort hineinzugehen. Aber das wird bald Geschichte sein. Der Schulträger will in diesem Jahr die Hülle des Gebäudes sanieren lassen. Drinnen ist es schon bunter geworden. Die Flure haben nicht nur einen neuen Anstrich bekommen. Die Oberschüler waren auch kreativ. Sie haben die Wände mit Sprüchen und Bildern verziert. Schulleiterin Doreen Kind freut sich über die Ergebnisse  ebenso wie über den Prozess, der da angelaufen ist. „Plötzlich hatte wir hier Debatten über Kunst auf dem Flur“, sagt sie.

Kreative Wandmalereien: Die Oberschulflure sind von den Schülern selbst bunt gestaltetet worden.

Kreative Wandmalereien: Die Oberschulflure sind vonden Schülern selbst bunt gestaltet worden. Foto: Ulf Grieger

Zu Schuljahresbeginn hatte Doreen Kind angekündigt, dass im Schulzentrum die Lehrer auch in beiden Schulteilen unterrichten. „Das ist auch so“, berichtet sie. Auch die Schüler nutzen die Möglichkeiten beider Standorte innerhalb des Schulcampus. Alle experimentellen Projekte vor allem im Neigungsunterricht finden in der Oberschule statt. Und die Ausfallquote? Im Oberschulteil ist sie auf 0,6 Prozent gesunken. Der Landesdurchschnitt liegt bei zwei Prozent.

Das Schulzentrum lässt bei der Werbung um künftige Siebtklässler nicht locker. Dazu dient auch der Tag der offenen Tür am Sonnabend von 9 bis 12 Uhr. Denn allein aus Neutrebbiner Sechstklässlern könnte der nächste Jahrgang nicht gebildet werden. „Wir setzen darauf, dass das Land versichert hat, dass es bis 2020 keine Schulschließungen geben wird. Wir wollen aber erreichen, dass wir eine starke siebte Klassen bilden können“, so die Schulleiterin. Die Chancen dafür stünden gut. Zulauf haben auch die jetzige 7. und die 8. Klasse erhalten, so dass darin nun 21 bzw. 22 Schüler lernen. Anfangs waren es jeweils nur 18.

Ralph Kotsch, Sprecher des Bildungsministeriums, bestätigte auf Nachfrage, dass es bis Ende des Schuljahres 19/20 keine Schulschließungen im Land geben soll. Der damit verbundene Landtagsbeschluss sieht vor, dass bis dahin ein Konzept des Landes zur Gestaltung der Schullandschaft entsprechend dem demografischen Wandel vorliegt. Die Frage, ob in Neutrebbin zum dritten Mal hintereinander eine einzügige siebte Klassenstufe genehmigt wird, hänge damit zusammen, so Kotsch. Es werde wieder die Ausnahmegenehmigung geben.

Die Schülersprecher der Klassen drei bis zehn, die sich am Mittwoch im neuen Schülercafé versammelt hatten, um über das Thema Schulname zu diskutieren, lassen nichts auf ihre Schule kommen. Das Café war eine recht spontane Idee, die damit geboren wurde, dass der Schulleiterin der Raum nicht gefiel. Er  wurde nach Schülerwunsch gemalert und bot dann die Möglichkeit, die Ideen der Schüler umzusetzen. Mit seinen aktuell 20 Sitzplätzen und praktischen Tischchen bietet er Grund- und Oberschülern die Möglichkeit, an Tagen mit grauem Nieselwetter wie am Mittwoch die Pausen dort zu verbringen. Lukas Wenzel aus der Klasse 9.1 gehörte zu denen, die sich besonders für die Einrichtung engagiert hatten, informierte Lehrerin Gabriela Fietze, die das Projket begleitet. Die Schüler können dort Musik hören, Kuchenbasare veranstalten oder das Angebot nutzen, das die sechs Café-Verantwortlichen der 9. und 10. Klasse bieten. Der Imbiss wird in der schuleigenen Hauswirtschaftsküche zubereitet.

Ulf Grieger

Kommentar

Standort mit Perspektive

Es lehrt und lernt sich besser, wenn das Damoklesschwert der Schulschließung nicht über einem Standort hängt. Das ist in Neutrebbin deutlich zu spüren. Die Zusammenlegung der Grund- und Oberschule scheint zudem für einen neuen Schwung zu sorgen, den auch die Schüler und Lehrer mit ihren kreativen Ideen wach halten.

Was fehlt, ist die politische Zusage, dass der Oberschulstandort, der mit Letschin und Wriezen konkurriert, auch ab Schuljahr 20/21 die Jahrgangsstufe 7 einzügig eröffnen darf. Eine solche Zusicherung würde auch dem Engagement der Lehrer und Eltern Respekt zollen für ihren Einsatz, mit dem sie das Schulzentrum jetzt gestalten und profilieren. Im Interesse der Schüler wäre die Möglichkeit einer einzügigen Oberschule in der berlinfernen Region allemal.

Ulf Grieger

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