„Jugend ist heute anders“

E.DIS-Mitarbeiter unterstützen mit Regionaltour „Schule“ das Projekt „Praxislernen“ in Neutrebbin

Jugend ist heute anders Praxislernen 9.10.2018

Segway-Fahren auf dem Schulhof: Das gehörte am Dienstag auch für die beiden Neuntklässler Vivien Schartau und Tommy-Eric Masche von der Oderbruch-Oberschule in Neutrebbin zum Unterricht. Im Rahmen des Projekts „Praxislernen“ fand dort ein Berufetag mit Unterstützung des Unternehmens E.DIS statt. © Foto: Anett Zimmermann

Neutrebbin (MOZ) . Nach dem Bewerbertag im September machte am Dienstag nun das Unternehmen E.DIS an der Neutrebbiner Oderbruch-Oberschule mit seiner Regionaltour „Schule“ Station. Dabei wurden nicht nur Ausbildungsberufe vorgestellt.

Während einer der Jugendlichen per Handbewegung die kurze Fahrt im Nissan Leaf, einem Firmenfahrzeug von E.DIS, lobt, stellt Sandra Buschmann vom Bereich Ausbildung fest: „Jugend ist heute anders.“ Es sei nicht leicht gewesen, das Interesse der 60 Neunt- und Zehntklässler der Neutrebbiner Oderbruch-Oberschule an diesem Vormittag zu wecken. Dabei wüssten viele nicht, was sie beim Thema Ausbildung erwartet.

„Sie haben noch nicht den Blick dafür“, sagt Sandra Buschmann und verweist darauf, dass viele große Unternehmen zu Testverfahren einladen, ehe sie erfolgreiche Teilnehmer zum Gespräch einladen. Für Zehntklässler dürfte es da für eine Bewerbung für das nächste Ausbildungsjahr meist schon zu spät sein. Und den Neuntklässlern bleibe gerade mal ein Jahr, um vielleicht noch praktische Erfahrungen zu sammeln.

Torsten Pohl, Lehrer für Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) und Politische Bildung, weiß um das Problem. Deshalb gehe die Schule im Projekt „Praxislernen“ neue Wege. „Bisher waren wir in dem Rahmen in den Werkstätten der Handwerkskammer in Hennickendorf“, berichtet er und fügt hinzu: „Wir wollen noch praktischer werden, auch in Betriebe gehen und Firmen einladen.“ Überdies habe der Schulträger, das Amt Barnim-Oderbruch, eine Ausbildungsinitiative gestartet. Beim Bewerbertag im September hätten sich bereits vier Unternehmen an der Schule präsentiert.

E.DIS habe den Termin nicht wahrnehmen können, aber sofort Unterstützung durch die Regionaltour „Schule“ für das Praxislernen angeboten. So sei zu Beginn des Tages das Unternehmen vorgestellt und die Rolle des Netzbetreibers erläutert worden. Informationen zur Ausbildung bei E.DIS gab es natürlich auch. Dazu waren zwei junge Netzmonteure mit ihrem Fahrzeug gekommen. Der eine habe erst im Januar seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik abgeschlossen. „Das ist einer der drei Berufe, die man nach der zehnten Klasse bei uns erlernen kann“, sagt Sandra Buschmann. Industriekaufleute und Kaufleute für Büromanagement gehören ebenfalls dazu. Insgesamt 200 junge Leute würden zwischen der Ostseeküste und dem Spreewald eine Ausbildung bei E.DIS absolvieren.

Auch Bewerbungen für Schülerpraktika seien möglich, so Sandra Buschmann weiter. „Wir haben 40 Standorte und prüfen den heimatnahen Einsatz. Hier kämen Bad Freienwalde und Seelow in Frage.“ Nicht unerwähnt lässt sie auch die fünf dualen Studiengänge, für die die Zugangsvoraussetzungen jedoch höher sind.

Kurz darauf jubelt Vivien Schartau aus der 9.1. Im Finale des Segway-Fahrens hat sie sich gegen Tommy-Eric Masche aus der 9.2 beim Leitergolf durchgesetzt. Zwei farbige, per Schnur verbundene Kugeln waren dazu auf die richtige Sprosse zu werfen. Martin Ziche, Eventmanager bei Sonne 3000 in Bad Saarow, hatte zuvor aufgepasst, ob die Schüler fehlerfrei durch die Limbostange und den Parcours kommen. Auf Vivien wartet nun eine geführte Segway-Tour in Bad Saarow. Während die Jugendlichen eher den Spaß im Blick haben, machen die E.DIS-Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass es um Beispiele für mobile Speichertechnik gehe. „Aber auch die hat ihre Grenzen“, sagt Brenda Schulz, die dem Gemeindearbeiter dankbar war, dass er einen Verteilerkasten geöffnet hatte, damit sie ihren Firmenwagen nachladen konnte.

Für Paul Lockwald und Niklas Kaul-Wörpel steht bereits fest, was sie werden wollen: Erzieher beziehungsweise Landwirt. Sie müssen sich erst zum Halbjahr bewerben, wissen sie. Informiert hätten sie sich bereits seit der siebten Klasse, auch entsprechende Praktika absolviert. „Auch heute gab es noch gute Tipps“, sagt Paul. „Aber viele von uns gehen an das Thema wirklich zu lax ran.“

Anett Zimmermann / 10.10.2018, 06:45 Uhr
MOZ Seelow

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