Liebe geht nur die Liebenden etwas an

Neutrebbiner Oberschüler gestalten mit eigenen Textvorlagen Theaterabend mit Shakespeare-Stück

Neutrebbin (MOZ). Einen besonderen Abend erlebten die Eltern und Schüler der 9a. Mit dem Theaterbesuch im April der  Shakespeareadaption „Sommer – Nacht – Traum“ im Strahl-Theater Berlin entstand der Wunsch der Schüler, selbst als Schauspieler zu agieren. Diesen Wunsch aufgreifend entwickelte sich die Idee, ein Shakespeare-Programm zum Thema „Liebe“ zu schaffen, welches durch die Bearbeitung der Tragödie „Romeo und Julia“ noch verstärkt worden war.
Die Frage, wer trägt die Schuld am Tod zweier junger Menschen, die sich lieben, beschäftigte die Heranwachsenden sehr, ebenso das im Sommernachtstraum verkündete Recht eines Vaters, den Mann der Tochter zu bestimmen.
Im Unterricht wurde über Programminhalte diskutiert, ausgesucht, Verantwortlichkeiten festgelegt, gelesen, geschrieben, illustriert. Die Schauspielergruppe, zu der auch eine asylsuchende Schülerin gehörte, schuf eine eigene Textvorlage zum Schlussakt von Shakespeares Klassiker. In der machten sie deutlich, dass die Liebe nur die Liebenden etwas angeht. Eine Parallele dazu bot auch die Szene aus dem „Sommernachtstraum“, in welcher sich der Puck oder Troll in Liebesbeziehungen per Magie einmischt.
Die Kurzbiografie des Autors stand am Anfang des Programmes, das mit einer Powerpointpräsentation gestützt wurde. Kulissenbauer, „Maskenbildner“ und Moderatoren waren erforderlich. Auch galt es, passende Musik zu suchen, im Ablauf sinnvoll zu platzieren. Einladungen wurden gestaltet, Programmzettel geschrieben, Bilder zu Shakespeare und seinen Werkinhalten in einer kleinen Galerie zusammengestellt. Jeder hatte seine Aufgabe.
Dann war Probe, die erste, die zweite, die dritte. Endlich waren Schüler und Lehrerin zufrieden, der Elternabend konnte einen besonderen Start bekommen. Dass bis dahin jede Woche eine Unterrichtsstunde genutzt worden war, zeigt die Komplexität dieser Aufgabe, verdeutlicht aber auch, dass Schüler unserer Schule in der Lage und fähig sind, ausdauernd zu arbeiten. Applaus und Anerkennung war letztendlich der verdiente Lohn, Stolz war das Gefühl, dass in jedem Teilnehmer geweckt werden konnte.
Ein besonderer Dank geht an den Karnevalsverein Neulewin, der Kostüme sponserte. Danken möchten  auch Wioletta Beyer, die Kleider für die Schauspieler nähte.
Die Eltern und auch wir Lehrer waren einmal mehr wieder stolz auf unsere Klasse, was sie zu leisten in der Lage sind. Es war einfach ein gelungenes Programm, das uns alle berührte. Im Anschluss  konnte sich jeder die Shakespearebilder in einer kleinen Galerie ansehen.

Romeo und Julia: Die Neutrebbiner Schüler hatten mit vielen Details den Theaterabend vorbereitet.

Romeo und Julia: Die neutrebbiner Schüler hatten mit vielen Details den Theaterabend vorbereitet.                       Foto: Schule

Zur Stärkung wurde noch das von den klassen angerichtete Buffet eröffnet. Das Angebot reichte von verschiedenen Salaten und Obst bis zur selbstgemachter Kräuterbutter. Die Männer kümmerten sich um den Grill und die Schüler und Frau Beyer hatten einen Raum nett hergerichtet, in dem man bei kleinen Gesprächen das Essen genießen konnte.
Diese Form des letzten Elternabends im Schuljahr wurde in der 7. Klasse von Frau Gudrun Beyer ins Leben gerufen und von den Eltern sofort begeistert aufgenommen. Ihr Ziel war es, von Anfang an dazu beizutragen, dass sich die Eltern besser kennenlernen und der Zusammenhalt der Klasse gefördert wird. Beides ist ihr eindeutig gelungen.
Wir bedauern es sehr, dass sie im nächsten Schuljahr nicht mehr an unserer Schule sein wird, wünschen ihr alles erdenklich Gute für ihren Neustart. Ich weiß, dass die Schüler sie immer in Erinnerung behalten und sie vermissen werden.

Marion Schmid,
stellv. Klassenlehrerin 9a,
Oderbruch-Oberschule Neutrebbin

Liebe geht nur die Liebenden etwas an